Saisonale Menüs im Catering: Saisonkalender und Menüideen für jede Jahreszeit
Redaktion sustainable-catering.eu · Stand 19. Oktober 2026
Ein saisonales Menü verwendet Obst und Gemüse, die zum Zeitpunkt Ihrer Veranstaltung in Deutschland im Freiland reifen oder als heimische Lagerware vorrätig sind. Im Frühling sind das vor allem Spargel, Rhabarber, Bärlauch und Radieschen, im Sommer Beeren, Tomaten, Zucchini und Bohnen, im Herbst Kürbis, Äpfel, Birnen und Kohl, im Winter Grünkohl, Rosenkohl, Rote Bete, Pastinaken und Feldsalat. Der Saisonkalender unten zeigt die typischen Zeiträume, die Menüideen je Jahreszeit helfen beim Gespräch mit dem Caterer.
Warum saisonale Menüs beim Catering sinnvoll sind
Saisonale Ware hat kurze Wege vom Feld in die Küche, ist reif geerntet und braucht weder beheizte Gewächshäuser noch lange Kühlketten. Das wirkt sich auf Geschmack und Klimabilanz aus (mehr dazu im Ratgeber Klimafreundliches Catering). Für Caterer ist saisonale Ware zur Haupterntezeit außerdem gut verfügbar, was die Planung erleichtert.
Wichtig ist die Abgrenzung: „Saisonal“ ist kein geschützter Begriff. Ein Caterer kann damit werben, auch wenn einzelne Zutaten importiert sind. Fragen Sie deshalb konkret nach, welche Komponenten aus heimischer Ernte stammen. Wie Sie das Thema Herkunft sauber klären, lesen Sie unter Regionales Catering.
Saisonkalender: Obst und Gemüse aus Deutschland
Die Tabelle zeigt typische Erntezeiten im Freiland und die Verfügbarkeit heimischer Lagerware. Je nach Witterung, Region und Sorte verschieben sich die Zeiträume um einige Wochen. Für tagesaktuelle Details eignet sich der Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung.
| Produkt | Typische Freilandernte | Heimische Lagerware |
|---|---|---|
| Bärlauch | März bis Mai | nein |
| Rhabarber | April bis Juni | nein |
| Spargel | April bis Juni (traditionell bis 24. Juni) | nein |
| Radieschen | April bis Oktober | nein |
| Spinat | März bis Mai, September bis November | nein |
| Erdbeeren | Mai bis Juli | nein |
| Kohlrabi | Mai bis Oktober | nein |
| Kirschen | Juni bis August | nein |
| Zucchini | Juni bis September | nein |
| Himbeeren, Heidelbeeren | Juni bis September | nein |
| Blumenkohl, Brokkoli | Juni bis Oktober | nein |
| Tomaten (Freiland) | Juli bis Oktober | nein |
| Bohnen | Juli bis September | nein |
| Zwetschgen | Juli bis Oktober | nein |
| Äpfel | August bis Oktober | bis ins Frühjahr |
| Birnen | August bis Oktober | bis in den Winter |
| Kürbis | September bis November | bis in den Winter |
| Weißkohl, Rotkohl | Juli bis November | bis ins Frühjahr |
| Möhren | Juni bis November | fast ganzjährig |
| Kartoffeln | Juni bis Oktober | fast ganzjährig |
| Rote Bete | September bis November | bis März |
| Pastinaken | Oktober bis März | bis März |
| Rosenkohl | Oktober bis Februar | nein |
| Feldsalat | Oktober bis März | nein |
| Grünkohl | November bis Februar | nein |
Alle Angaben sind Richtwerte. Gewächshausware gibt es bei vielen Kulturen früher, etwa Tomaten und Gurken. Nach Angaben des BZfE stammt bei frischen Tomaten nur ein kleiner Teil des Angebots aus heimischem Anbau, der Rest wird importiert. Wer im Frühjahr Tomaten auf dem Buffet sieht, kann also fast sicher von Importware oder beheizten Gewächshäusern ausgehen.
Menüideen je Jahreszeit
Die folgenden Ideen funktionieren für Buffet, Fingerfood und serviertes Menü. Sie lassen sich vegetarisch oder vegan umsetzen, was die Klimabilanz zusätzlich verbessert.
Frühling (März bis Mai)
Das Frühjahr ist die anspruchsvollste Zeit, weil die Lager leer werden und die neue Ernte erst anläuft. Ab April entspannt sich die Lage durch Spargel und Rhabarber.
- Vorspeise oder Fingerfood: Bärlauch-Frischkäse auf Roggenbrot, Radieschen mit Kräuterquark, Frühlingssuppe mit Spinat
- Hauptgang: Spargel mit Frühkartoffeln und Kräutersauce, Risotto mit Bärlauch, Ofengemüse aus Lagermöhren und jungen Zwiebeln
- Dessert: Rhabarber-Crumble, Rhabarberkompott mit Vanillecreme
Sommer (Juni bis August)
Im Sommer ist die Auswahl am größten. Das ist die Zeit für leichte Buffets, Grill und Flying Buffet.
- Vorspeise oder Fingerfood: Tomaten-Bruschetta, Zucchini-Röllchen, kalte Gurkensuppe
- Hauptgang: Gegrilltes Gemüse mit Kräuter-Dip, Bohnensalat mit Kartoffeln, Ratatouille mit Polenta
- Dessert: Erdbeeren oder Himbeeren mit Joghurtcreme, Kirschclafoutis, Beerenkuchen vom Blech
Herbst (September bis November)
Der Herbst verbindet Fülle und Wärme. Für Firmenfeiern und Hochzeiten im Herbst eignen sich warme Buffets mit Ofengerichten besonders.
- Vorspeise oder Fingerfood: Kürbissuppe im Glas, Flammkuchen mit Zwiebeln und Apfel, Rote-Bete-Carpaccio
- Hauptgang: Ofenkürbis mit Linsen, Pilzragout mit Knödeln, Rotkohl mit Kartoffelpüree
- Dessert: Apfelstrudel, Zwetschgendatschi, Birnen in Rotwein
Winter (Dezember bis Februar)
Im Winter tragen Kohl, Wurzelgemüse und Lagerobst das Menü. Für Weihnachtsfeiern sind herzhafte Eintöpfe und Ofengerichte beliebt (weitere Ideen im Ratgeber Nachhaltige Firmenfeier).
- Vorspeise oder Fingerfood: Feldsalat mit Walnüssen, Pastinakensuppe, Kartoffelrösti mit Apfelmus
- Hauptgang: Grünkohl mit Kartoffeln, Rosenkohl aus dem Ofen, Linseneintopf mit Wurzelgemüse
- Dessert: Bratapfel, Apfel-Zimt-Kuchen, Quarkspeise mit eingemachten Früchten
Saisonal auch bei Getränken
Das Saisonprinzip lässt sich gut auf Getränke übertragen, die im Catering oft untergehen. Einige Beispiele:
- Frühling: Rhabarberschorle, Kräuterlimonade mit Minze oder Zitronenmelisse
- Sommer: Holunderblütensirup mit Wasser, Erdbeer- oder Johannisbeerschorle, kalter Kräutertee
- Herbst: frisch gepresster Apfelsaft, Birnensaft, Federweißer in Weinregionen
- Winter: heißer Apfelpunsch, Tee aus heimischen Kräutern, Gewürzsaft aus Lagerobst
Saft und Schorle aus heimischem Obst sind ganzjährig verfügbar, weil Äpfel und Birnen gut lagern und zu Saft verarbeitet werden. Fragen Sie den Caterer auch nach Säften, Weinen und Bieren aus der Umgebung. Das ist oft leichter umzusetzen als ein komplett regionales Speisenangebot.
So planen Sie ein saisonales Menü mit dem Caterer
Ein saisonales Menü braucht etwas Flexibilität. Wer im Januar für eine Sommerfeier im Juni ein festes Menü mit Erdbeeren unterschreibt, riskiert Ersatzware, falls die Ernte spät beginnt. Diese Schritte haben sich bewährt:
- Termin und Saison abgleichen: Prüfen Sie im Saisonkalender, was zu Ihrem Datum verfügbar ist, und richten Sie Ihre Erwartungen danach aus.
- Grundrichtung früh festlegen: Format (Buffet, Fingerfood, Menü), Budget und Ernährungsform vereinbaren Sie früh.
- Komponenten offen lassen: Vereinbaren Sie zum Beispiel „saisonales Gemüse der Woche“ statt fester Sorten.
- Feinabstimmung drei bis vier Wochen vorher: Dann weiß der Caterer, was die Erzeuger tatsächlich liefern.
- Herkunft dokumentieren lassen: Bitten Sie um eine kurze Übersicht, welche Zutaten saisonal und aus welcher Region sie stammen. Das hilft auch bei der Kommunikation gegenüber Gästen.
Weitere Fragen, die Sie vor der Buchung klären sollten, finden Sie in der Checkliste zur Caterer-Auswahl.
Typische Missverständnisse
„Saisonal heißt frisch geerntet.“ Nicht unbedingt. Äpfel, Kartoffeln, Kohl und Möhren werden über Monate gelagert und sind trotzdem heimische Saisonware. Für die Wintermonate ist Lagerware die nachhaltige Grundlage.
„Saisonal ist immer günstiger.“ Zur Haupterntezeit ist das Angebot groß, was sich auf Einkaufspreise auswirken kann. Ein Garantieversprechen ist das nicht: Spargel bleibt ein hochpreisiges Produkt, auch in der Saison.
„Ein saisonales Menü ist eintönig.“ Gerade im Sommer und Herbst ist die Vielfalt groß. Und im Winter zeigen gute Caterer, was sich aus Kohl und Wurzelgemüse machen lässt, von Ofengemüse bis zum fermentierten Salat.
„Saisonal reicht für ein nachhaltiges Catering.“ Saison ist ein wichtiger Baustein, aber nicht der einzige. Der Anteil tierischer Produkte, Mehrweggeschirr und eine gute Mengenplanung wirken mindestens ebenso stark.
Nächste Schritte
Wenn Sie einen Caterer suchen, der saisonal kocht, finden Sie im Caterer-Verzeichnis Anbieter nach Stadt. Alternativ beschreiben Sie Ihr Vorhaben im Anfrageformular, wir melden uns mit passenden Caterern.
Häufige Fragen
Was bedeutet saisonales Catering genau?
Ein saisonales Catering baut das Menü auf Obst und Gemüse auf, das zum Veranstaltungszeitpunkt in Deutschland geerntet wird oder als heimische Lagerware verfügbar ist. Ein gesetzlich festgelegter Begriff ist „saisonal“ nicht, deshalb lohnt sich die Nachfrage beim Caterer.
Ist saisonales Essen automatisch regional oder bio?
Nein. Saisonal beschreibt den Zeitpunkt, regional die Herkunft und bio die Anbauweise nach Verordnung (EU) 2018/848. Die drei Kriterien lassen sich kombinieren, müssen aber jeweils einzeln vereinbart werden.
Welche Jahreszeit ist für ein saisonales Menü am schwierigsten?
Das Frühjahr von März bis Mai, weil die Lagerware knapp wird und die meisten Kulturen noch nicht erntereif sind. Spargel, Rhabarber, Bärlauch, Radieschen und Spinat sowie Lagerkartoffeln und Möhren tragen ein Menü in dieser Zeit.
Wann sollte ich das Menü mit dem Caterer festlegen?
Format, Budget und Grundrichtung können Sie Monate vorher vereinbaren. Die konkreten Gemüse und Desserts sollten Sie etwa drei bis vier Wochen vor dem Termin final abstimmen, damit der Caterer auf die tatsächliche Ernte reagieren kann.